Rückblick: Was 2021 passiert ist:

 

Es zeichnete sich bereits im Herbst 2020 sehr deutlich ab, dass auch das Jahr 2021 weiterhin im Zeichen der Coronapandemie steht.

 

Wir alle mussten in eine Ausnahmesituation. Es erforderte viel Netzwerkarbeit und Koordination, um sowohl den Mitarbeitenden als auch den Bürger*innen in den schweren Zeiten der Pandemie gerecht zu werden und gleichzeitig die ständig aktualisierten Maßnahmen zum Infektionsschutz zu berücksichtigen. Einige Einsatzgebiete der Freien Wohlfahrtspflege blieben pandemiebedingt geschlossen.

 

Insbesondere der Arbeitskreis Pflege der Freien Wohlfahrtspflege setzte sich intensiv für die Durchführung und Priorisierung der Impfungen ein.

 

Trotz Sondermitteln aus dem SodEG haben die Dienste und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege aus allen sozialen Bedarfslagen bis heute mit nicht refinanzierte Mehraufwendungen im Zusammenhang mit Corona-Maßnahmen zu kämpfen.

 

 

Die Vertreter*innen der AGFW standen auch im Jahr 2021 in einem engen Austausch mit dem Inklusionsbüro der Stadt Wuppertal. Hierbei wurde auch seitens der Stadt betont, dass die Freie Wohlfahrtspflege die wichtigsten Träger in der Behindertenhilfe repräsentiert.

 

 

Die AGFW hat sich in Gesprächen gegenüber der Stadtspitze sehr deutlich bzgl. der Themen „Bezahlbarer Wohnraum in Wuppertal“, „Quartiersentwicklung“, „Altersarmut“, „Schulsozialarbeit“, Finanzierung der Kindertagesstätten“ positioniert.

 

Derzeit steht die AGFW im Austausch mit dem Oberbürgermeister, wie man als Wohlfahrtspflege die „Zukunftsvereinbarung #FOKUS_WUPPERTAL“ der Stadt aktiv mitgestalten kann.

 

 

Im Juni 2021 fand eine große digitale Veranstaltung im Rahmen der Bergischen AGFW (Wuppertal, Solingen und Remscheid) mit den Kandidat*innen für die Bundestagswahl statt. Zu dieser wurden auch die Bergischen Medienvertreter*innen eingeladen. Die Kandidat*innen aus dem Bergischen Städtedreieck wurden seitens der Fachvertreter*innen aus den Verbänden zu den folgenden Sozialpolitischen Themen befragt und anschließend hatten die Medienvertreter*innen auch Gelegenheit, Fragen zu stellen:

 

  • Soziale Stadtentwicklung und Wohnungsbau,
  • Flüchtlingspolitik/ Integration/ offene Grenzen,
  • Arbeit und Beschäftigung (Fachkräftemangel und gesetzliche Rahmenbedingungen)

 

In der Nacht vom 14.07.21 auf den 15.07.21 traf die Wuppertaler Bürger*innen -neben der Pandemie- eine weitere Katastrophe. Besonders die Stadtteile Kohlfurt, Beyenburg und der Innenstadtbereich im Wuppertaler Osten waren stark von der Hochwasserflut betroffen. Bis heute müssen die Menschen dort mit den Folgen zurechtkommen und sich ihr Leben teilweise wieder von vorne aufbauen.  

 

Die Mitarbeitenden der Wohlfahrtsverbände unterstützen dort seit dieser Nacht Betroffene bzgl. der Beratung von Soforthilfen und Wiederaufbauhilfen, der Erfassung der Bedarfe der Menschen vor Ort und der Angebotsvermittlung von psychosozialen Unterstützungsangeboten.

 

Eigens eingerichtete Koordinierungsstellen der Freien Wohlfahrtspflege helfen den Menschen in den betroffenen Stadtgebieten fortlaufend bei der Beantragung, Begleitung und Unterstützung beim Abrufen der mittelfristigen Hilfen.

 

 

Die AG „Fachkräftemangel im Bereich Erzieher*innen“ setzt sich aus Vertreter*innen der Freien Träger, der Stadt Wuppertal, des Jobcenters, der Arbeitsagentur und den Berufskollegs zusammen.

 

In diesem Bereich ist der Fachkräftemangel besonders gravierend und wird sich in den nächsten Jahren noch weiter zuspitzen.

 

Das Berufsbild der Erzieher*innen wird stark nachgefragt, stößt an Ausbildungskapazitäten der Berufskollegs und Grenzen der Finanzierbarkeit bei den Trägern. Es wurden entsprechende politische Botschaften in Richtung Landesarbeitsgemeinschaft und Deutschen Städtetag gesendet.

 

 

Zwischenthemen 2021 und 2022 und was ist der Ausblick für das Jahr 2022:

 

Die AGFW plant im Jahr 2022 eine große Veranstaltung mit den Kandidat*innen für die Landtagswahl aus dem Bergischen Städtedreieck. Hierzu werden die Kandidat*innen zu den Sozialpolitischen Themen (u.a. Subsidiarität, Offener Ganztag und Finanzierung von Kindertagesstätten (MdLs) sowie Kommunales Integrationsmanagement) befragt.

 

 

Im Jahr 2021 konnten die Verträge sowie die Finanzierung für das Kooperationsprojekt mit der Bergischen Universität Wuppertal abschließend geklärt werden. Das Kooperationsprojekt soll im Jahr 2022 in die operative Phase gehen.

 

Ziel des Projekts ist es u.a. die besondere und unerlässliche Stellung, Bedeutung und Rolle der Freien Wohlfahrtspflege in unserem Sozialstaat öffentlichkeitswirksam darzustellen und deren Anerkennung in der Gesellschaft zu fördern. Dies insgesamt auch vor dem Hintergrund der zunehmenden volkswirtschaftlichen Bedeutung: die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege werden als großer Arbeitgeber und regionaler Wirtschaftsfaktor im Bergischen Städtedreieck unterschätzt.

 

Im Rahmen des Projekts erfolgt eine Datenerhebung und -analyse für alle Teilsektoren der Freien Wohlfahrtspflege durch ein wissenschaftliches Team der Bergischen Universität Wuppertal.

 

Gesponsert wird dieses Projekt bisher von den Sparkassen Wuppertal und Solingen sowie von der Barmenia Versicherung.  

 

 

Leider sind schon seit Jahren die kommunalen Zuschüsse der Freien Wohlfahrtspflege -unter dem Druck der finanziellen Minderausstattung im sozialen Bereich- gedeckelt.

 

Seit Jahren beantragt die AGFW bei der Stadt Wuppertal eine auskömmliche Dynamisierung der Zuschüsse im Rahmen des Haushaltsantrages. Ohne maßgeblichen Erfolg. Zahlreiche Funktionsbereiche sind defizitär unterfinanziert und somit existenzbedroht.

 

Diese Bedarfe werden zukünftig -durch sich verändernde wirtschaftliche, gesellschaftspolitische und demografische Bedingungen- weiter steigen.

 

Im Jahr 2021 trafen sich die Vertreter*innen der Freien Wohlfahrtspflege mit den einzelnen Ratsfraktionen, um die o.g. Thematik für den Doppelhaushalt 22/23 zu diskutieren.

 

Die Flutkatastrophe aus diesem Jahr, die Coronapandemie und die derzeit steigende Inflation tragen ebenfalls stark dazu bei, dass unsere Dienste und Einrichtungen vermehrten Bedarf verzeichnen.

 

Ebenfalls stehen wir nun vor der Situation, dass sich die Verabschiedung des Haushaltsantrages für die Jahre 2022 und 2023 stark verzögert und die Träger daher derzeit vor einer großen Ungewissheit stehen.

 

Die Politikgespräche werden daher auch Anfang 2022 fortgeführt. Die Verbände werden von ihren Gesamtforderungen nicht abrücken: Wir haben einen öffentlichen Auftrag für die Wuppertaler Bürger*innen, den wir mit angemessener Vergütung erfüllen wollen!

 

Hier stellt sich die Frage, was diese Kommune, aber auch das Land und der Bund zukünftig bereit sind, einzusetzen, um der bevorstehenden Zunahme an Armut entgegenzusteuern!