Aktivitäten


Die letzten  Jahre stehen für einschneidende Veränderungen. Die Sparzwänge in den Kommunen und die Kürzungen in den städtischen Haushalten führen auch in Wuppertal weiter dazu, dass immer mehr Menschen ins gesellschaftliche Abseits geraten und sich die Lebensqualität für alle vor Ort zunehmend verschlechtert.

Die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege - Arbeiterwohlfahrt, Caritasverband, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz, Paritätischer Wohlfahrtsverband und Jüdischer Wohlfahrtsverband - setzt sich nachhaltig für den Erhalt der sozialen Infrastruktur und der Lebensqualität in Wuppertal ein. Auf verschiedensten Handlungsebenen und Wegen agieren wir im Sinne unserer Aufgabenerfüllung als Interessensvertreter/-innen sozial benachteiligter Menschen wie auch als Dienstleister/innen und Arbeitgeber/innen.

Wir haben unsere Gespräche mit Kommunal-, Landes- und Bundespolitikern/-innen intensiviert, um die negativen Veränderungen in der Versorgung der Bürger und Bürgerinnen zu spiegeln und gemeinsam Lösungen zu suchen.

Das Ziel dabei ist, die sozialpolitische Position der Freien Wohlfahrtspflege – getragen von unserem gesetzlichen Auftrag (Grundgesetz Art. 20 u. 28 Abs.1 GG / Sozialstaatsprinzip), unseren verbandlichen Leitlinien und unserem fachlichem Know-how – transparent darzustellen und sensible Entwicklungen im gesellschaftlichen Miteinander rechtzeitig deutlich zu machen.

Die von uns forcierte Optimierung einer Vernetzung zwischen politischen Entscheidungsträgern/-innen und den Akteuren/-innen sozialer Arbeit vor Ort hat sich bewährt und für die Zukunft – Dank aller Beteiligten – verfestigt.

Was uns bewegt und aktiviert:

Die „Instrumentenreform und die Kürzungen im Integrationsbudget im SGB II / Schnittstelle zum SGB III-Bereich“ und die damit verbundene Zielsetzung „Integration in den 1. Arbeitsmarkt“ zeigten bereits Ende 2010, dass diejenigen Menschen Nachteile auszuhalten haben, die diesem Anspruch nicht genügen können. Mit dem Anspruch, die Lebenssituation unserer Klienten in das richtige Licht zu rücken, haben wir mehrfach einen Austausch mit den Wuppertaler Bundestagsabgeordneten durchgeführt. Diese konnten unsere Argumente nachvollziehen und haben diese z.T. in ihre Facharbeitskreise und Entscheidungsebenen rückgekoppelt. Zusätzlich unterstützten Sie uns mit persönlichen Schreiben an die Arbeitsministerin Ursula von der Leyen.

Trotz allem Engagement mussten wir erfahren, dass letztendlich der Charakter dieser Gesetzgebung – die Fokussierung auf den 1. Arbeitsmarkt -  nicht verändert werden konnte. Lediglich „kleinere Stellschrauben“ zum Positiven konnten noch gesetzt und damit der Blick geöffnet werden auf die realen Bedarfe von Menschen, die aufgrund persönlicher Notlagen nicht oder nur eingeschränkt auf dem 1. Arbeitsmarkt integriert werden können. Es bleibt daher auch für die nächsten Jahre vereinbartes Ziel, die Notwendigkeit zur Schaffung von beruflicher Qualifizierung und Beschäftigung im Sinne eines 2. Arbeitsmarktes politisch zu verankern, um damit eine Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander zu ermöglichen.

Auch in diesem Jahr stehen weitere Gespräche mit den Wuppertaler Fraktionen zum Doppelhaushalt 2018/2019 an. Dabei werden insbesondere die Angebots- und Finanzierungsstruktur sozialer Arbeit, die Zuschussituation (Deckelung, Forderung nach Dynamisierung) und die hohe Wirksamkeit von Prävention im Kontext der „Pflichtaufgaben im Grunde nach“ (sog. „Freiwillige Leistungen“) thematisiert.

Zur Stärkung der Freien Wohlfahrtspflege wurde vor einigen Jahren ein Runder Tisch für die Arbeitsgemeinschaften der Freien Wohlfahrtspflege in Remscheid, Solingen und Wuppertal ins Leben gerufen. Hier tauscht man sich unterjährig mehrfach themenübergreifend zu den Entwicklungen vor Ort aus (z.B. zu den Auswirkungen gesetzlicher Vorgaben und Änderungsvorhaben auf die kommunale Landschaft) . Regelmäßig wird diese Runde durch Hinzuziehung der Landtagsabgeordneten der drei Städte erweitert.

Die Beratungen in Wuppertal zum städtischen Doppelhaushalt , die mit dem Stärkungspakt Stadtfinanzen verbundenen Sparleistungen zum anvisierten Haushaltsausgleich, die ESF-Förderphase 2014-20 (u.a. unser Engagement zur Verankerung sozialer Themen), die Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepaketes sowie die Fortführung der Schulsozialarbeit, die Umstrukturierungen im SGB II-Bereich und Kürzungen im Integrationsbudget sowie daraus resultierenden Folgen, die Rolle der Freien Wohlfahrtspflege im Rahmen der Aufgabenstellung einer Optionskommune als sozialpolitische Mitgestalterin, die Umsetzung der sog. „Inklusion“ gem. UN-Konvention  / Art. 24 (siehe: AGFW-Positionspapier)  und eine zukunftsorientierte Seniorenpolitik und vieles mehr sind weitere wichtige Aufgaben, die im Sinne realer Bedarfe vor Ort mit Sachverstand, Weitblick und hohem Engagement zu bewegen sind.

Mit dem in 2017 erfolfgreich beendeten Vorsitz der AGFW beim Jüdischen Wohlfahrtsverband/Herrn Leonid Goldberg wird ein neues Arbeitsjahr - nun bei der Arbeiterwohlfahrt /Herrn Frank Gottsmann - eingeleitet, welches auf den Ergebnissen der vergangenen Jahre aufbauen und diese als Schwungräder für weitere sozialpolitische Anforderungen nutzen wird.